Wer Hass sät …

Ich lese gerade die Tagebücher von Astrid Lindgren (1939 bis 1945), geschrieben aus einem unabhängigen Schweden und doch durch den Brandherd ringsherum betroffen. Lindgren beschreibt klug und warmherzig über die Kriegsjahre und über die Rolle des Faschismus und des Nationalsozialismus darin. Dieses Buch müsste zur Pflichtlektüre für die Schülerinnen und Schüler werden – damit die Geschichte nicht vergessen wird. Es ist gerade meine Abendlektüre und ich gehe dann immer ganz deprimiert ins Bett.
Warum poste ich das unter mein Plakat? Aus aktuellem Anlass. „Wer Hass sät, erntet auch Hass“, so schreibt es Astrid Lindgren, und dann wird es schnell zum Flächenbrand. Doch woher kommt der Hass, mit dem Plakate zerstört werden, was gibt den Anlass für martialische Symbolkraft? Wir möchten es wissen. Deswegen – und aus Solidarität mit den anderen Plakatgeschädigten – haben wir unsere Plakate erweitert mit dem Zusatz: „An die Plakatzerstörer. Demokratie ohne Demokraten, oder gleich gar keine Demokratie? Was wollt Ihr? Antworten an: info@spd-icking.de“
Wir müssen alle miteinander im Gespräch bleiben!
Unser nächster öffentlicher Stammtisch: Mittwoch, den 11.3.2020, um 19.30 Uhr im Stüberl des Rittergütl in Irschenhausen.

Hier die Quelle: Astrid Lindgren, „Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939 bis 1945“
Übrigens: Pippi Langstrumpf taucht zum ersten Mal in einem Eintrag am 20.3.1944 auf. Das Kinderbuch ist eine Vision, ein Gegenentwurf zu den entsetzlichen Entwicklungen in der Welt.

© Dr. Beatrice Wagner 4.3.2020