Über mich: Mein Lebensweg und meine Einstellungen

Mein Name ist Dr. Beatrice Wagner, ich bin 56 Jahre alt und Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter. Ich lebe seit zehn Jahren in Icking und arbeite hier in meiner eigenen Praxis für Paar- und Sexualtherapie. Zudem übe ich einen Lehrauftrag in der Medizinischen Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München aus.
Wie wird man denn Paar- und Sexualtherapeutin? Diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Vorhersehbar war das nicht, allerdings ist der Weg im Rückblick betrachtet doch sehr schlüssig.

Nach meinem Abitur in Hilden habe ich an einer der Universität Düsseldorf angegliederten Lehranstalt eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht. Ein schöner, praktischer und sinnvoller Beruf, genau wie ich es erhoffte, und doch dürstete es mich noch nach etwas anderem. Schon immer habe ich viel gelesen. Und nachdem ich mich mit meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin sicher fühlte, studierte ich das, was mein Herz eigentlich wollte, nämlich Neuere Deutsche Literatur. Meinen Universitätsabschluss, einen Magister Artium (M.A.) mit den Nebenfächern Philosophie und Neuere Deutsche Geschichte, machte ich an der Universität München. Es war eine wunderbare Zeit und ich profitiere bis heute von diesem Erlebnis, mich ungestört in die Tiefen eines Werkes hineinzudenken und Erkenntnisse herauszulesen.

Um mein Studium zu finanzieren, habe ich die Medizin und das Schreiben verbunden. Ich bekam Chancen in einer Medizinzeitschrift, habe med. Kongresse besucht, auch schon früh zur Sexualmedizin.
Bei meinen Sexualmedizinischen Kongressen und Interviewpartnern begegnete ich einigen charaktervollen Wissenschaftlern und Ärzte, die mich beeindruckten. Ich habe erkannt, dass es abseits der oberflächlichen Präsenz von Sex in den Medien ein tiefes Leiden und eine tiefe Verwundbarkeit in diesem Bereich gibt. Viele denken zwar, „Sex kann doch jeder, was braucht es da Beratung?“ Und doch: Diejenigen, die unter sexuellen Funktionsstörungen leiden, fühlen sich unverstanden und leiden wortlos. Zum Glück bin ich irgendwann Oswalt Kolle begegnet, dem Aufklärungspapst schlechthin. Er hat es verstanden, fachlich korrekt und doch verständlich die Menschen anzusprechen. Von ihm habe ich viel gelernt und er hat mich gebeten, sein Werk weiterzuführen.

Neben meinem Beruf habe ich spät noch promoviert, und zwar am Institut für Medizinische Psychologie an der Universität München. Dort, unter der Leitung von Hirnforscher Prof. Pöppel entstand meine Doktorarbeit „Das episodische Gedächtnis in der Medizin“. Auch diese Zeit war wegweisend, denn Ernst Pöppel verstand und versteht es, immer wieder den Blick auf die Menschen zu lenken, so wie sie gemeint sind.
Nach einer weiteren Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie und diversen Weiterbildungen besitze ich nun ein Diplom Sexualmedizin, verliehen von der Österreichischen Ärztekammer.
Beruflich läuft alles sehr gut, ich habe einen großen Ansturm auf meine Praxis. Und trotzdem bin ich dazu bereit, einen neuen Weg einzuschlagen, meine Praxistätigkeit zu reduzieren und an eine Kollegin zu übergeben, um ein Amt als Bürgermeisterin von Icking anzutreten. Warum? Ich fühle Verantwortung! Denn Icking ist ein Juwel, inmitten von begünstigter Natur und mit seinen ganz besonderen Bewohnern. Diese bilden eine wunderbare Zusammensetzung aus Künstlern, Bauern und sogenannten normalen Menschen. Ich meine: Das Besondere muss erhalten und das Schützenswerte geschützt werden, auf ökologischer, sozialer und menschlicher Ebene. Dafür trete ich an!

Ich hoffe, dass ich transparenter und mein vielleicht etwas ungewöhnlicher Beruf verständlicher geworden ist. Nun aber will ich mich mit aller Kraft und Leidenschaft dafür einsetzen, meinen politischen Ideen Taten folgen zu lassen, was nur gelingen kann, wenn die Ickinger mir die Chance geben und mich wählen.
© Dr. Beatrice Wagner, 6.1.2020