Kollage Zerstörung

Meine Haltung zur Zerstörungswut

Was macht man, wenn Plakate und Banner mutwillig zerstört werden und das auch noch mit so hoher Symbolkraft? Alle Plakate einholen? Oder nun „erst recht“ den Vandalen die Stirn bieten? Gar nicht so eindeutig zu beantworten. Das geschlossene Zurückziehen jeglicher Plakate könnte ein starkes solidarisches Zeichen mit den Geschädigten sein. Oder ist es ein Einknicken vor den undemokratischen Kräften? In jeder Partei und Gruppierung wurde dieser Punkt diskutiert! Es gab deswegen sogar eine spontan einberufene überfraktionelle Sitzung, mit Vertretern aller sechs Parteien / Gruppierungen, die sich im lokalen Wahlkampf befinden. Allein das finde ich, ist ein ermutigendes Zeichen: Sechs Konkurrentinnen und Konkurrenten saßen friedlich an einem Tisch und haben sich dazu bekannt, im Ickinger Wahlkampf demokratisch und fair miteinander umzugehen. Die Sprache der Straße – Messer und Galgen – wird einhellig und unmissverständlich verurteilt.

Die Antwort auf oben gestellte Frage – weiter Plakatieren oder nicht? – fiel indes unterschiedlich aus. Wir, die Ickinger SPD, haben uns entschieden, die Plakate und Banner hängen zu lassen, um zu zeigen, dass das Unrecht nicht siegt. Ich finde es wichtig, dass nun öffentlich über die Verhaltensweise der Täter diskutiert wird und ich bin der festen Meinung, dass weit mehr als 90 Prozent, vielleicht sogar 99 Prozent der Ickinger diesen Vandalismus ablehnen. Nun stehen die Täter unter Beobachtung und sie werden vorsichtig sein, denn es ist keine kleine Straftat, die sie begangen haben. Von der Polizei wird sie immerhin als politisch motivierte staatsbedrohende Aktivität eingestuft. Auch hier ist man hellhörig.
Ich verstehe aber auch, dass sich andere unserer Mitwahlkämpfer für einen anderen Weg entschieden haben, und es steht niemandem zu, anderen vorzuschreiben, wie sie mit dem Gefühl der persönlichen Bedrohung umzugehen haben.
Auf dass alles ein gutes Ende finde!
© Beatrice Wagner (26.2.2020)