Jahrmarktstimmung

Am letzten Samstag fand vor dem Ickinger Rathaus eine Wahlaktion statt, bei der sich unabgesprochen fünf der sich bewerbenden Gruppen der Ickinger Kommunalwahl-Szene eingefunden hatten.
Und dabei ging es sehr lustig zu, die Ickinger SPD hatte ihre Drehorgel wieder entdeckt, ihre Hauptakteure kamen mit Frack und schwarzem Hut, und die Musik versetzte den ganzen Rathausplatz in eine fröhliche jahrmarktstimmung. Dabei kam es zu viel Kommunikation, auch Gruppen-überschreitend. Eine besonders nette Geste: die von der vorausgegangenen Plakatzerstörung besonders betroffene Kandidatin verteilte als Dank für erfahrene Solidarisierung Leberkäs-Semmeln an die konkurrierenden Mitbewerber, die sich unisono nach der Plakatattacke hinter sie gestellt hatten.
Dieses heitere und harmonische Zusammentreffen der Gruppen, Parteien und Kandidaten war nach der Irritation über die üblen Plakatzerstörungen – trotz ernsthafter, konkurrierender Wahlwerbung – die richtige Antwort auf die genannten, von Gewalt geprägten Vorgänge.

Leserbrief von Gerd Jakobi zu SZ vom 10.3.20; Seite R10
In dem genannten Artikel endet die locker bis besinnlich artikulierte Beschreibung einer besonderen Wahlaktion in der Ickinger Kommunalwahl-Vorbereitung mit der Feststellung: „So ein Wahlkampf, der ist eben nicht „Lustig“. Da musster er zu recht widersprechen.