Mein privates Engagement

Ich starte mit dem Bekenntnis eines Traumes, den ich seit Jahrzehnten immer wieder habe:

Ich schwebe über der Erde, schaue von oben auf sie herab. Eine runde Fläche ist erleuchtet, ein Tanzrondell. Dort tanzen die Menschen, übermütig, ausgelassen, die Frauen teilweise in roten Kleidern, sie schmeißen ihre langen Haare nach hinten, wie Zigeunerinnen, auch die Männer sind prachtvoll gekleidet. Um das Rondell herum ist es gespenstisch still und stockdunkel, dort brechen riesige Felsbrocken ins Weltall weg. Die Erde wird mit jedem Mal kleiner. Aber niemand schaut hin, niemand will es wissen. Mir scheint: Je näher der Untergang, desto wilder der Tanz.

Leider bewahrheitet sich mittlerweile einiges aus dem Traum. Werden nicht immer mehr Teile der Erde unbewohnbar für Mensch und Tier? Ist das leidenschaftliche selbstvergessene Tanzen vielleicht ein Tanzen gegen die Angst („dance me through the panic“, wie Leonard Cohen singt)? Ich werde mich mit aller Kraft gegen die Naturzerstörung stemmen, auch wenn ich sie nicht aufhalten kann. Deswegen ist mein politisches Vorhaben so „grün“ geprägt, und deswegen engagiere ich mich auch im Bund Naturschutz, bin z. B. Vorsitzende der Ortsgruppe Icking. Und deswegen greife ich auch selbst immer wieder zum Wiedehopf – das ist der professionelle Spaten, um Bäume zu pflanzen. Und das ist auch erfüllend! Denn manchmal muss es einfach heißen: „Stop talking. Start Planting“. Ein gutes Schlusswort.

© Dr. Beatrice Wagner 28.1.2020